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„Mehr zu bieten als Doping“

DIE WELT DES SPORTS

„Mehr zu bieten als Doping“

Lukaskrankenhaus, medicoreha und Olympiastützpunkt Rheinland sind seit Dienstag Partner. Darüber freuen sich Sigurd Rüsken, Dr. Honke Hermichen, Michael Scharf, Dieter Welsink, Rüdiger Hübbers-Lüking und Dr. Wolfgang Lemken (von links). Foto: Woi

 

 

VON VOLKER KOCH

Sigurd Rüsken staunte: „Es gibt selten einen Vertrag, in dem ich nicht mal ein Komma zu ändern habe.“ Am Dienstag trat dieser ungewöhnliche Fall ein, weshalb der kaufmännische Geschäftsführer des Neusser Lukaskrankenhauses auch keine Sekunde zögerte, seine Unterschrift unter das Schriftstück zu setzen.

Es macht das Lukaskrankenhaus, die benachbarte medicoreha und den Olympiastützpunkt Rheinland zu Kooperationspartnern in Sachen sportmedizinischer und physiotherapeutischer Betreuung von rund fünfzig Leistungs- und Spitzensportlern aus dem Rhein-Kreis Neuss.

Grundsätzlich kommen alle Bundeskader-Athleten in den Genuss dieser Förderung. Angehörigen des D/C-(Nachwuchs)-Kaders steht ein Mal pro Woche eine physiotherapeutische Behandlung zu, bei A-Kadern erhöht sich diese Anzahl auf drei Behandlungen pro Woche.

„In Einzelfällen können es natürlich auch mehr sein“, sagt OSP-Leiter Michael Scharf. So wie bei Sergyi Skrypka. Der Ringer des KSK Konkordia Neuss arbeitet nach seiner Kreuzbandoperation derzeit täglich an der Preußenstraße an seinem Comeback, „und er ist recht optimistisch, dass er bis zur Olympiaqualifikation wieder fit ist“, meint Welsink.

Skrypka und andere profitieren dabei von den „kurzen Wegen, denn Zeitmangel ist das größte Problem von Leistungssportlern“, weiß Michael Scharf. „Schnellen Service“, verspricht deshalb Dr. Honke Hermichen, medizinischer Leiter von Unfallchirurgie und Orthopädie am Lukaskrankenhaus: „Diesen Standard sind wir bei Unfallverletzten gewohnt und diesen Standard können und werden wir auch bei Sportverletzten anlegen.“

Für Dieter Welsink ein Beleg, dass „Sportmedizin mehr zu bieten hat als Doping. Solche Projekte können dazu beitragen, ihr wieder das gute Image zu verschaffen, das sie eigentlich verdient, aber leider in jüngster Zeit verloren hat.“ Selbstverständlich, sagt Scharf, seien „in allen Vereinbarungen des Olympiastützpunktes Anti-Doping-Klauseln enthalten“.

Der Leiter des Olympiastützpunktes sieht das neue Projekt - „damit ist der Rhein-Kreis jetzt auf Augenhöhe mit Köln, Bonn und Leverkusen, wobei die dortigen Partner sich hier durchaus einiges abschauen können“ - keineswegs als Solitär in der heimischen Sportlandschaft.

Vielmehr hofft er auf einen „Nachahmungseffekt“ bei den Vereinen, denn „sie sind die Keimzelle des Sports. Und hier müsste die sportmedizinische und physiotherapeutische Betreuung schon einsetzen, bevor die Sportler überhaupt in einen Kader kommen.“ Für Dieter Welsink überhaupt keine Frage: „Wir arbeiten ja bereits mit einigen Vereinen wie Handball in Dormagen oder Hockey in Neuss erfolgreich zusammen und sind für weitere Kooperationen stets offen.“

Die medicoreha bringt im Übrigen ihre Einrichtungen in Neuss, Dormagen und im Mönchengladbacher Borussen-Park in die neue „Ehe“ ein. „Als ich die Möglichkeiten hier gesehen habe, stand für mich außer Frage, mit wem wir kooperieren“, sagt Michael Scharf. Das umso mehr, als in Person von Rüdiger Hübbers-Lüking ein ehemaliger Olympiateilnehmer die Maßnahmen koordiniert: „Da waren die Verträge eigentlich nur noch Formsache.“ Da mochte dann auch Sigurd Rüsken kein Komma mehr ändern.

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