DIE WELT DES SPORTS
UEFA Regionen-Pokal in Grevenbroich Profi-Job für Amateure
VON DIRK SITTERLE -
Am Donnerstag macht der UEFA Regionen-Pokal Station in Grevenbroich. Im Schloss-Stadion stehen zwei Partien auf dem Programm. Mit dabei im Team des Fußball-Verbandes Niederrhein sind auch zwei Kicker des SC Kapellen.
Ein Gutes hat der UEFA Regionen-Pokal auf jeden Fall: Ans längst in die Jahre gekommene Schloss-Stadion, am Donnerstag Austragungsort zweier Spiele des Mini-Turniers, wurde in den vergangenen Tagen mächtig Hand angelegt. „Die Stadt hat sich noch mal intensiv um die Platzanlage gekümmert“, lobt Franz-Josef Esser, Sportlicher Leiter beim vom Fußball-Verband Niederrhein (FVN) mit der Ausrichtung der Länderspiele betrauten TuS Grevenbroich.
Die Reparaturarbeiten haben offensichtlich den Geschmack der hohen Herren vom Verbandgetroffen. Bei der Platzbesichtigung am Montagmittag gab es keine größeren Beanstandungen. Dabei sind die Funktionäre höchst anspruchsvoll. Im Umfeld der sechs Partien zwischen den Amateurmannschaften aus Belgien (Kempen), Malta, Nordirland (Eastern Region) und Deutschland (FVN), die bis Samstag in Ratingen, Grevenbroich und Duisburg je einmal gegeneinander antreten, um einen Teilnehmer für die Finalrunde der besten Acht zu ermitteln, bleibt nichts dem Zufall überlassen. Ein Profi-Job für Amateure sozusagen.
Info
Der Rhein-Kreis Neuss beim UEFA Regionen-Pokal
Der Rhein-Kreis Neuss ist mit der Stadt Grevenbroich und dem TuS Grevenbroich nicht nur als Ausrichter der zweiten Runde des Mini-Turniers um den UEFA Regionen-Pokal vertreten. Vom Niederrheinligisten SC Kapellen hat Trainer Gerd Bode Torhüter Stefan Offermann und Mittelfeldspieler Frederik Leufgen angefordert. Beide Fußballer sollten am Donnerstag im Schloss-Stadion für das Team des Fußball-Verbandes Niederrhein auflaufen. Als Schiedsrichter der gestrigen Partie in Ratingen zwischen Nordirland und Malta war Christian Erbs (Holzheimer SG) im Einsatz.
Zwar ist der Eintritt frei, doch ansonsten achten FVN-Geschäftsführer Rainer Lehmann & Co. auf jeden ausgegebenen Cent. Esser: „Alles ist ganz genau abgestimmt. Die vergleichen, was ein Glas Bier kostet oder eine Tasse Kaffee.“ Wer die Musik bezahlt, … Dabei ist die Zielvorgabe ganz einfach: Von allem nur das Beste, „aber es darf nichts kosten“, plaudert Esser schmunzelnd aus dem Nähkästchen. Darum ist es gut, dass der gute Mann als Inhaber eines in der Stadt ansässigen Metzgerei- und Feinkostgeschäfts quasi vom Fach ist. Nach den Spielen kommt das Essen für Aktive, VIP’s und Funktionsträger damit frisch auf den Tisch.
Gespeist wird in den Räumlichkeiten hinter der Tribüne. Das speziell auf den verwöhnten Fußballer-Magen abgestimmte Menü steht schon fest: Als Vorspeise wird eine Spargelcremesuppe gereicht, danach gibt’s überbackene Tortellini mit Spinat. Nicht fehlen darf natürlich ein reichhaltiges Salat-Buffet. Wer dann noch kann, auf den wartet als süßes Desert eine Schokoladen- oder Vanillecreme. Als Wegzehrung für den erfreulich kurzen
Heimweg in die Sportschule Wedau bekommen die Fußballer schließlich noch Obst eingepackt. Den Durst stillt ausschließlich Wasser der Marke Vittel - auch das, man ahnt es schon, ist vorgeschrieben.
Obwohl die deutsche Auswahl um die beiden Kapellener Stefan Offermann und Frederik Leufgen den Statuten entsprechend fast ausschließlich aus Kickern der Niederrheinliga besteht - nur die SpVgg. Velbert und der ETB SW Essen durften auch als ranghöhere NRW-Ligisten Spieler abstellen -, geht es für die zuvor bestimmten Kandidaten unmittelbar nach dem Schlusspfiff zur Doping-Probe. Auch dafür muss natürlich ein Extra-Raum freigeräumt werden. Zudem hat sich der TuS darum zu kümmern, dass sich vor Ort neben dem Rettungsdienst ein Facharzt befindet. Die Balljungen stellt die Jugendabteilung des Klubs.
Das aus rund 30 ehrenamtlich tätigen Helfern bestehende Organisationsteam sei bereit für den internationalen Fußball, verspricht Esser. „Und auch das Wetter soll gut werden. Fragt sich nur, ob das Turnier angenommen wird.“ Obgleich an den Schulen in Grevenbroich kräftig geworben worden ist, fallen die Erwartungen äußerst moderat aus. Esser: „Dass es keine 1000 Zuschauer werden, darüber sind wir uns schon im klaren.“ Er und seine Kollegen setzten da vor allem auf die beiden Fußballer des SC Kapellen. Stefan Offermann und Frederik Leufgen haben von Verbandstrainer Gerd Bode die feste Zusage, dass sie morgen Abend (19 Uhr) vor heimischer Kulisse im Schloss-Stadion von Anfang an auflaufen können. „Und gerade Kapellen hat ja sehr treue Fans“, weiß Esser.




