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Rettung aus dem Stadtsäckel

DIE WELT DES SPORTS

Rettung aus dem Stadtsäckel

VON VOLKER KOCH -

 

Aufatmen beim KSK Konkordia Neuss: Der Kraftsportklub wird auch in der kommenden Saison in der Ringer-Bundesliga antreten, selbst wenn der Deutsche Ringer-Bund (DRB) seine Pläne wahr macht und das bisher dreigeteilte Oberhaus mit 24 Vereinen auf zwei Gruppen zu je zehn Mannschaften reduziert. Als einmaligen, nur auf diesen Sonderfall beschränkten Zuschuss erhält der KSK 25 000 Euro aus dem städtischen Haushalt.

 

Das ist das Ergebnis eines „Krisengipfels“, zu dem Bürgermeister Herbert Napp gestern Nachmittag neben Sportdezernent Dr. Horst Ferfers und dem KSK-Präsidenten Hermann J. Kahlenberg den Vorsitzenden des Sportausschusses, Heinz London (SPD), dessen Stellvertreter Rolf Knipprath (CDU) und als Vertreter des Stadtsportverbandes dessen Zweiten Vorsitzenden Klaus Becker ins Rathaus eingeladen hatte.

 

Die Runde war sich schnell einig: Weil der KSK „unverschuldet in Not“ geraten ist, müsse „einem von nur vier Neusser Bundesligisten“ (Dr. Horst Ferfers) möglichst schnell und unbürokratisch geholfen werden. Allerdings, so die Forderung von Heinz London, ohne die Gefahr eines Präzedenzfalles heraufzubeschwören: „Wir geraten sonst in eine Konfliktsituation mit unseren eigenen Sportförderrichtlinien.“

 

Bürgermeister Napp sieht eine solche nicht gegeben: „Das Geld wird nicht aus dem Sportetat entnommen, wir werden dafür verschiedene Haushaltsstellen abklopfen. Das ist so auch mit dem Kämmerer abgesprochen.“ Wichtig für ihn: „Wir nehmen keinem anderen Verein etwas weg.“ Genauso wichtig ist für den Bürgermeister, „dass es sich um eine Einmalzahlung in einer einmaligen Situation handelt.“

 

KSK-Präsident Hermann J. Kahlenberg sicherte denn auch umgehend zu, von der Summe nur Gebrauch zu machen, „falls der Ringerbund bei seiner Entscheidung bleibt, die eigentlich erst für 2010 vorgesehene Ligareform tatsächlich für die kommende Saison vorzuziehen.“

 

Weil der KSK in diesem Fall mindestens vier Meisterschaftskämpfe mehr zu bestreiten und auch höhere Reisekosten zu verkraften hätte, geht Kahlenberg von einem um 35 000 Euro höheren Etat als ursprünglich kalkuliert aus. 10 000 Euro könne er aus Eigenmitteln abdecken, der Rest sei „nach augenblicklichem Stand der Dinge nicht zu finanzieren“, skizzierte der KSK-Präsident zu Beginn des Gesprächs die Lage.

 

Die sei eine besondere, meint Klaus Becker, „denn mit der Bundesliga steht und fällt das gesamte Vereinsgebäude, von der Nachwuchsarbeit bis zum Leistungszentrum.“ Was der KSK in Sachen Sozialarbeit sowie in der Zusammenarbeit mit Schulen leiste, sei „vorbildlich für andere Vereine, die könnten mal bei Hermann Kahlenberg in die Lehre gehen“, meinte Rolf Knipprath.

 

„Wir haben alleine zwei Trainingsgruppen für Drei- bis Sechsjährige“, wusste der KSK-Präsident zu berichten, der die Zahl der Nachwuchsringer auf mindestens 250 bezifferte. „Bei diesen Zahlen darf man Ringen eigentlich nicht mehr als Randsportart bezeichnen“, meinte Napp und freute sich über das schließlich einstimmige Votum des Krisengipfels: „Wir sind zwar kein abstimmungsberechtigtes Gremium, aber es war mir wichtig, diese Zustimmung zu erhalten.“ Die Summe sei im Übrigen so gering, dass sie Sache der laufenden Verwaltung sei und nicht der Zustimmung eines Ausschusses bedürfe.

 

Möglicherweise wird sie gar nicht zur Auszahlung kommen müssen. Als Hermann J. Kahlenberg nämlich gestern die frohe Botschaft dem für die Bundesliga zuständigen DRB-Vizepräsidenten Karl Rothmer übermittelte, erfuhr er, dass noch weitere Vereine Bedenken gegen die Ligareform angemeldet hätten. Die ursprünglich für dieses Wochenende angesetzte Entscheidung wird deshalb noch auf sich warten lassen.

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