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HSG Nordhorn gegen TSV Dormagen Das Phantomspiel

DIE WELT DES SPORTS

HSG Nordhorn gegen TSV Dormagen Das Phantomspiel

VON VOLKER KOCH -

Bereits zum dritten Mal in dieser Saison treffen die HSG Nordhorn und der TSV Dormagen aufeinander. Doch mit dem Nordhorner Team, das sich am 11. Oktober im Meisterschaftsspiel mit 28:22 und elf Tage später mit 26:18 im DHB-Pokal gegen die Dormagener durchsetzte, hat die Mannschaft, die morgen um 20.15 Uhr im Euregium aufläuft, nur noch ansatzweise zu tun. Weil sie insolvent ist und deshalb als Zwangsabsteiger feststeht, hat sich die HSG in der Zwischenzeit von Erlend Mamelund (zur SG Flensburg-Handewitt), Petr Kuckucka (Kadetten Schaffhausen) und Holger Glandorf (TBV Lemgo) getrennt.

 

 „Der verbliebene Rest ist aber immer noch verdammt stark“, meint Kai Wandschneider. Zumindest stark genug, um die Kellerkinder aus Stralsund (21:32 in Nordhorn), Wetzlar (22:30 gegen die HSG) und Essen (22:33 gegen die HSG) in Schach zu halten. Eine Serie, die die Nordhorner morgen gerne fortsetzen wollen, auch wenn es für sie nach dem Zwangsabstieg in der Liga und dem unglücklichen Aus im DHB-Pokal (24:25 beim VfL Gummersbach) eigentlich nur noch im EHF-Europapokal um etwas geht.

 

Da erwartet der EHF-Pokalsieger von 2007 am Samstag im Viertelfinal-Hinspiel den ungarischen Vertreter Pick Szeged. Und weil die HSG im Falle eines erneuten Europapokalsieges auch als Zweitligist in der nächsten Saison im internationalen Geschäft vertreten wäre, dürfte die volle Konzentration der Schützlinge von Noch-Trainer Ola Lindgren (wechselt ebenso wie Kreisläufer Bjarte Myrhol zu den Rhein-Neckar Löwen) eben diesen Partien gelten. Ein Indiz dafür liefert die Internetseite der HSG: Da gibt es schon einen großen Vorbericht auf die Europapokalpartie, das Bundesliga-Spiel findet hingegen nur als Terminhinweis statt.

 

Doch die Zukunft des Klubs, der 1999, als Nordmeister übrigens gemeinsam mit dem Südmeister TSV Bayer Dormagen, in die Bundesliga aufstieg, ist höchst ungewiss.

 

Ein wenig Licht ins Dunkel sollte ein für den gestrigen Abend angesetzter Sponsorentreff bringen. Von den verbliebenen Spielern hat bislang nur Myrhol definitiv seinen Abschied erklärt, Torhüter Nikolas Katsigiannis ist beim VfL Gummersbach im Gespräch.

 

Die Nordhorner Nummer eins, der bereits 40 Jahre alte Peter Gentzel, könnte sich hingegen einen Verbleib in der Grafschaft durchaus vorstellen. Allerdings erklärte der 216-fache schwedische Nationalspieler gegenüber den Grafschafter Nachrichten: „“Es muss was kommen in dieser Woche. Einer muss den Anfang machen, damit der Ball ins Rollen kommt“.

 

Die Nordhorner Sorgen beschäftigen Kai Wandschneider weniger. Der sorgt sich eher, dass seine Spieler dank des zerrissenen Spielplanes - am 27. Februar Heimspiel gegen Füchse Berlin, zwei Wochen später Heimspiel gegen FA Göppingen, das nächste Punktspiel erst wieder am 8. April gegen die SG Flensburg-Handewitt - nur schwer ihren Rhythmus finden könnten. „Dafür haben wir aber sehr gut trainiert“, sagt der Handball-Lehrer, der dabei aus der Not - „zeitweise waren wir nur sieben Mann“ - eine Tugend machte und „sehr viel im individuellen Bereich“ arbeiten ließ.

 

Wandschneider geht davon aus, dass ihm morgen bis auf die Langzeitverletzten alle Akteure zur Verfügung stehen, nachdem Michiel Lochtenbergh (verlor mit den Niederlanden in der EM-Qualifikation mit 26:35 gegen Spanien) und Vitali Feshchanka (gewann mit Weißrussland drei Tage nach der 23:25-Niederlage gegen Deutschland mit 40:19 in Bulgarien) wohlbehalten von den Einsätzen bei ihren Nationalmannschaften zurückgekehrt sind.

 

Das Ziel für den morgigen Abend ist aus Dormagener Sicht klar gesteckt: „Für uns ist die Saison auf gar keinen Fall schon gelaufen“, sagt Wandschneider, „wir wollen auch sportlich den Klassenerhalt.“ Die Mannschaft habe das bei der 24:27-Niederlage gegen Göppingen bereits vorbildlich in die Tat umgesetzt: „Jetzt müssen wir nur da weitermachen, wo wir an diesem Abend aufgehört haben.“

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