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Eine Stadt auf den Beinen

DIE WELT DES SPORTS

Eine Stadt auf den Beinen

VON VOLKER KOCH -

Wenn Hans-Peter Walther am Samstag am Hotel in Igea Marina seine Sachen aus dem Bus holt, ist neben Sportkleidung auch sein Laptop mit dabei. Denn der Korschenbroicher Sportamtsleiter will auch im Trainingslager, das er traditionell über Ostern mit den Leistungs- und Breitensportlern des Korschenbroicher LC - insgesamt 50 Personen - an der italienischen Adriaküste aufschlägt, in Sachen City-Lauf auf dem Laufenden bleiben.

Schließlich sind es bis zur 21. Auflage des von ihm organisierten Laufspektakels in der Korschenbroicher Innenstadt nur noch drei Wochen. Um eines macht sich Walther dabei keine Sorgen: Dass „seine“ Stadt am 26. April nicht auf den Beinen sein könnte. Bis Freitag waren bereits 1 700 Meldungen für den City-Lauf eingegangen - und das keineswegs nur von Schulen und Kindergärten, die naturgemäß zu diesem frühen Zeitpunkt - Meldeschluss ist erst am 16. April - den Löwenanteil der Anmeldungen ausmachen. Auch 350 Einzelmeldungen waren schon da, „das ist deutlich mehr als sonst“, freut sich der Cheforganisator.

Dass er den Laptop trotzdem mit nach Italien genommen hat, hat zwei Gründe. Erstens wartet er stündlich darauf, dass „endlich all’ die Läuferinnen, die uns in den vergangenen Jahren mit dem Wunsch nach einem Zehn-Kilometerlauf bestürmt haben, sich anmelden“. Schließlich hat er dem Drängen des weiblichen Lagers nachgegeben und den bislang nur Männern vorbehaltenen Zehn-Kilometerlauf um 15.25 Uhr auch für Läuferinnen zwischen 17 und 70 geöffnet. Die Resonanz ist bislang äußerst bescheiden: Zwei Läuferinnen haben sich bisher gemeldet.

Nachholbedarf sieht Walther auch noch bei den Eliteläufen, vor allem die nationale Elite macht sich rar. Während sich für den Lauf der Asse überhaupt noch keiner der ohnehin nur dünn gesäten deutschen Spitzenathleten interessierte, hat für den Elitelauf der Frauen immerhin schon Birte Bultmann (TV Wattenscheid), im vergangenen Jahr als Sechste beste Deutsche, zugesagt.

Hans-Peter Walther geht davon aus, dass sich daran in beiden Wettbewerben noch etwas ändert - deshalb der Laptop im Reisegepäck. Wesentlich aktiver, was die Meldungen angeht, sind da die Handbiker für die Otto-Bock&Reha-team-West-Trophy: Rund dreißig von ihnen wollen um 14.50 Uhr an den Start gehen, „darunter fast alle bekannten Namen der Szene“, sagt Holger Falk, der alljährlich das Handbiker-Rennen innerhalb des Korschenbroicher City-Laufs organisiert.

Und das trotz der Konkurrenz des Hamburg-Marathons. Die „Frühjahrsklassiker“ - Auftakt ist am Sonntag in Paris und Rotterdam - machen den anderen Veranstaltern das Leben schwer. Immerhin, schätzt das Fachblatt „Leichtathletik“, werden im April und Mai bei den Stadtmarathonläufen in Europa rund 150 000 Teilnehmer an den Start gehen, davon allein am 26. April 16 000 in Hamburg und 37 000 in London, wo die Citylauf-Siegerin von 2007, Irina Mikitenko, ihren Vorjahressieg wiederholen möchte.

Der Rest der deutschen „Elite“ startet am 3. Mai in Düsseldorf, wo Melanie Kraus, Susanne Hahn und Claudia Dreher in der Starterliste stehen. Der Termin müsste Walther eigentlich in die Karten spielen: „Früher suchten Marathonläufer geradezu nach einer Möglichkeit, eine Woche vorher noch einen Tempolauf zu machen - was von der Trainingslehre her auch durchaus angebracht ist“, weiß der Diplom-Sportlehrer. Vielleicht gelingt es ihm, in den verbleibenden drei Wochen noch die eine oder den anderen von der Richtigkeit zu überzeugen.

 

 

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