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Kurz und knackig

DIE WELT DES SPORTS

Kurz und knackig

VON DIRK SITTERLE Radrennen haben in Büttgen Tradition. Der „Spurt in den Mai“ geht in diesem Jahr in seine 30. Auflage, auf der Straße wurde sogar schon 46 Mal der Sieger gekürt. Doch auch Tradition schützt nicht vor Krisen.

Christian Lademann (Hürth) gewann bei den Bahn-Radweltmeisterschaften 1999 den Titel in der Mannschaftsverfolgung. Bei Olympia 2004 in Athen wurde er Vierter.

 

Beim VfR Büttgen geht man mit dem Thema allerdings durchaus offensiv um. Und „weil vor allem das Bahnrennen am 30. April unter dem allgemeinen Trend des Zuschauerrückgangs zu leiden hat“, leitete Abteilungs-Vorsitzender Uwe Scherring in die gestrige Pressekonferenz ein, entschied sich der Verein für den Ringtausch:

Das Straßenrennen mit Start und Ziel auf dem Berliner Platz steigt wie bisher am 1. Mai (ab 9 Uhr), auf die Bahn des Sportforums geht es aber erst am Abend des 2. Mai (ab 20 Uhr). Scherring: „Damit gehen wir den Festen zum Tanz in den Mai aus dem Weg. Und die Leute, die die freien Tage nutzen, um wegzufahren, kommen ohnehin nicht zu uns.“

Doch damit nicht genug. Das neue Motto heißt: kurz und knackig - sowohl auf der Bahn als auf der Straße. „Jede Disziplin“, führt Fritz Beikirch, einer der Hauptorganisatoren der Veranstaltung, aus, „dauert höchstens fünf bis zehn Minuten“. Wer den Mehrkampf (Omnium) gewinnen will, muss vor allem vielseitig sein. Beikirch: „Das Anforderungprofil ist sehr anspruchsvoll. Die Fahrer sind sowohl im Kurzzeitbereich als auch im Langzeitbereich gefordert.“

Auf der Straße umfasst das Omnium der Asse am 1. Mai vier Wettbewerbe: Temporunden über insgesamt fünf Kilometer (Start um 14.50 Uhr), Rundenrekord auf 500 Metern (15.20 Uhr), Ausscheidungsfahren über fünf Kilometer (16 Uhr) und Punktefahren über 20 Kilometer (16.35 Uhr). Für Beikirch macht das Sinn: „Wenn man nicht so tief in der Radsportszene drinsteckt, sind Rennen über 90 Kilometer einfach langweilig. Wenn du die gleichen Fahrer 100 Runden lang immer wieder siehst, gehst du schon 30 Runden vor Schluss nach Hause.“

Ähnlich soll das Rennen auf der Bahn am 2. Mai ablaufen. Dort gehören ab 20 Uhr insgesamt sieben Wettbewerbe zum Omnium: 20 Temporunden, Mannschaftszeitfahren über 1000 Meter, Scratch (Sprintrennen), Rundenrekordfahren, Ausscheidungsfahren (ab 21.50 Uhr), Vierer-Mannschaftsfahren über 3000 Meter und Derny-Rennen.

Das auf acht Köpfe geschrumpfte Feld der Asse (in Spitzenzeiten waren es bis zu 34) führt Danilo Hondo an. Der zweimalige Etappensieger beim Giro d’Italia, in Büttgen nur auf der Bahn mit Ex-Weltmeister Christian Lademann am Start (für das Straßenrennen muss er ebenso wie der Uedesheimer Jungprofi Joachim Tolles passen), war zwischenzeitlich zwar mal wegen eines Dopingvergehens gesperrt, ist für Seriensieger Andreas Beikirch aber „nach dem Abgang von Erik Zabel wohl die schillerndste Figur unter den aktiven Radsportlern in Deutschland. Er polarisiert - genau wie ein Mario Cipollini.“

Andi Beikirch, der das nach 29 Jahren nunmehr gestrichene Zweier-Mannschaftsrennen auf der Bahn an der Seite von sechs unterschiedlichen Partnern insgesamt 15 Mal gewonnen hat, wurde der junge Leipziger Erik Mohs zugeteilt. Die weiteren Mannschaften: Lars Teutenberg/Joachim Tolles (wird auf der Straße durch Christian Lademann ersetzt), Luke Roberts/Casey Munro sowie die Büttgener Paul Budach/Leon Schachtner, die allerdings nur auf der Straße bei den Assen mitfahren.

Im Bahnsprint um den Arcor-Cup hat in diesem Jahr der Nachwuchs das Kommando übernommen. Zierten bislang Weltklassefahrer wie Fredy Schmidtke, Jens Fiedler oder Stefan Nimke die Siegerliste, so „wollen wir jetzt einer jungen Truppe die Chance geben, sich vor einem breiten Publikum zu bewähren“, erklärt Beikirch. Für Lokalkolorit sorgt hier Daniel Scherring vom VfR Büttgen.

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