Direkt zum Inhalt
Macht Sport
Logo: Kreissportbund Neuss e.V.

„Noch mehr laufen und kämpfen“

DIE WELT DES SPORTS

„Noch mehr laufen und kämpfen“

 VON VOLKER KOCH Im Hinspiel wurde der TSV Dormagen mit dem 28:28-Unentschieden gegen den VfL Gummersbach seiner Rolle als Favoritenschreck gerecht. Doch in der momentanen personellen Zusammensetzung sieht Trainer Kai Wandschneider sein Team am Dienstag nur als „krassen Außenseiter.“

 

So war es im Hinspiel: Robert Gunnarsson und Geoffroy Krantz stemmen sich Nils Meyer entgegen. Am Ende musste sich der VfL Gummersbach im TSV-Sportcenter mit einem 28:28-Unentschieden begnügen und brennt deshalb heute auf Revanche. Foto: H. Jazyk

Seinen ersten Sieg als Cheftrainer des TSV (Bayer) Dormagen feierte Kai Wandschneider ausgerechnet in seiner alten Heimat, da, wo seine Mutter heute noch wohnt: in Gummersbach. Es war das dritte Spiel unter der Regie des Handball-Lehrers, der zwei Wochen zuvor, im März 2001, Gudmundur Gudmundsson in der Verantwortung abgelöst hatte. Doch auch der sensationelle 25:23-Sieg in der Eugen-Haas-Halle konnte den Dormagener Abstieg nicht verhindern . . .

Dienstag - Anpfiff durch die Unparteiischen Schulze/Tönnies (Magdeburg/Dodendorf) ist um 20.15 Uhr - gastiert der TSV erneut in der Halle an der Moltkestraße, der einzigen Schulturnhalle, die noch als Heimstätte eines Erstligisten herhalten muss. Doch an eine ähnliche Sensation wie vor acht Jahren - oder wie im Hinspiel, in dem die Dormagener dem Mittelrhein-Rivalen mit dem 28:28-Unentschieden einen Punkt abtrotzten - glaubt Kai Wandschneider nicht: „In unserer derzeitigen personellen Situation sind wir nur krasser Außenseiter.“

Er kann zumindest jene Formation aufbieten, die am Samstag beim 23:23 gegen GWD Minden einen weiteren Zähler ergatterte: Christoph Schindler kam trotz seiner Roten Karte in der Schlusssekunde ohne eine Sperre davon. „Das ist enorm wichtig für uns“, sagt der Trainer, „wenn er auch noch ausgefallen wäre, weiß ich nicht, was wir hätten machen sollen.“ Denn Florian Wisotzki hat einen Trainingsversuch am Montagabend wegen anhaltender Kniebeschwerden wieder abgebrochen, der Zustand von Dinos Chantziaras’ Knöchel lässt einen Einsatz des griechischen Linkshänders gleichfalls noch nicht zu.

So wird Wandschneider wohl wieder mit drei Rechtshändern im Rückraum operieren, wenn Szabolcs Laurencz auf der halbrechten Position die Luft ausgeht. Denn den im Sommer aus Gummersbach nach Dormagen gewechselten Denis Zakharov ausgerechnet an alter Wirkungsstätte einzusetzen, dürfte wohl wenig Sinn machen: „Er tut mir einfach nur noch leid“, sagt Wandschneider mit Blick auf die erfolglosen Kurzeinsätze des Russen, der mal als eines der weltgrößten Talente im rechten Rückraum galt.

Was er dann am Samstag (15 Uhr) im Gastspiel beim TBV Lemgo macht, wenn er mit Rücksicht auf das Westdeutsche Halbfinale der Dormagener A-Jugend gegen Eintracht Hagen auch noch auf Kentin Mahé verzichten muss, so weit denkt Wandschneider noch nicht. Dafür beschäftigt ihn nämlich zu sehr eine Sorge vor dem heutigen Spiel: „Ich hoffe, wir werden nicht von Gummersbach überrollt. Die spielen nämlich ein sauhohes Tempo.“

Und das können die Dormagener mit ihrem dezimierten Kader - die einzig erstliga-tauglichen Einwechselspieler sind derzeit der erst 17-jährige Kentin Mahé und Sebastian Linder, der erst im Januar vom Zweitligisten SG Wallau kam - nicht mitgehen. „Gegen Flensburg und Minden haben wir mitgehalten, weil die mit Rücksicht auf ihren ebenfalls dezimierten Kader auch kein hohes Tempo gegangen sind“, hat Wandschneider erkannt.

Vielleicht kommt ihm ja zupass, dass sein Kollege Sead Hasanefendic gleichfalls über Personalsorgen klagt: „Neben den Rekonvaleszenten Adrian Wagner, Viktor Szilagyi“ - beide trugen auch schon das TSV-Trikot - „und Kevin Jahn muss Hasanefendic auch auf seinen Mannschaftskapitän verzichten: Momir Ilic laboriert an einer leichten Zerrung in der Wade und wird gegen Dormagen nicht auflaufen können“, meldet die VfL-Pressestelle.

In einer dpa-Meldung heißt es gar, der Einsatz des Serben, der Gummersbach am Saisonende wohl verlassen wird und unter anderem beim THW Kiel auf der Wunschliste steht, am Samstag im Europapokal gegen Aragon sei fraglich. „Vielleicht haben die Gummersbacher dieses für sie wichtige Spiel schon im Kopf“, hofft Wandschneider. Sein Kollege erteilt dem freilich eine Absage: „Die Dormagener Spieler laufen und kämpfen und schmeißen sich in jeden Zweikampf ’rein“, sagt Hasanefendic, „da müssen meine Spieler dagegenhalten und noch mehr laufen und kämpfen als der Gegner.“

SPORTSUCHE







Zeig die rote karte