DIE WELT DES SPORTS
Die „Stars“ starten im Volkslauf
VON VOLKER KOCH Der 27. Internationale Neusser Sommernachtslauf steuert auf einen Melderekord zu: 3 427 waren es bis Donnerstag.
Hier geht’s lang beim Neusser Sommernachtslauf: Wie im Vorjahr bewegen sich die Läuferinnen und Läufer morgen sternförmig um den Hamtorplatz herum, auf dem das Ziel aufgebaut ist. Gestartet wird je nach Streckenlänge an vier verschiedenen Stellen.
Der Umzug vom Markt auf den Hamtorplatz scheint der Sommernachts-Laufbegeisterung der Neusser nicht geschadet zu haben. Im Gegenteil: Für die 27. Auflage, die am Samstag ab 16 Uhr auf dem Programm steht und dabei zum zweiten Mal nicht „d’r Maat erop“ führt, waren bis Donnerstag Mittag bereits 3 427 Voranmeldungen eingegangen.
„Sollte am Samstag das Wetter mitspielen, dürften wir den Rekord von 3 296 Teilnehmern im Ziel, den wir im Jahre 2005 zu verzeichnen hatten, knacken“, sagt Klaus Ehren, Geschäftsführer der ausrichtenden TG Neuss, voller Vorfreude. Ein Trend, der sich bereits im vergangenen Jahr abzeichnete, scheint sich dabei fortzusetzen: Die „Stars“ der Stadtläufe sind längst nicht mehr die „Asse“, auch wenn sie rein vom Zeitplan her gesehen - Start des Einladungslaufes für Männer und Frauen ist um 21.30 Uhr - den Höhepunkt der sechsstündigen Veranstaltung bilden. Zu „heimlichen Stars“ haben sich längst die Volksläufer gemausert: Sie brachten im Vorjahr jedenfalls die meiste Stimmung an die Strecke. Und sie stellen auch in diesem Jahr - Startzeit um 19.20 Uhr -das größte Starterfeld: 918 Meldungen waren bis Donnerstag für den Lauf über fünf Kilometer eingegangen.
Prominente Namen machen sich allerdings rar - und das trotz Kommunalwahl in diesem Jahr. CDU-Parteichef Dr. Jörg Geerlings ist bislang der einzige Politiker, der sich auf die Fünf-Kilometerstrecke traut - doch das kann sich ja noch ändern. Schließlich sind Nachmeldungen am morgigen Veranstaltungstag bis 60 Minuten vor dem jeweiligen Start möglich. Die Fahne der Kreisverwaltung hält Gesundheitsdezernent Karsten Mankowsky hoch, unterstützt von AOK-Regionaldirektorin Marion Schröder. Um den Preis des eigenen Hauses - der Lauf steht unter dem Patronat der RheinLand-Versicherungen - bewirbt sich RheinLand-Vorstand Christoph Buchbender . Der mit Abstand prominenteste Name im Volkslauf ist aber der von Waldemar Cierpinski. Der Marathon-Olympiasieger von 1976 und 1980 reist von Neuss aus gleich weiter ins Höhentrainingslager nach St. Moritz - freilich weniger der eigenen Form wegen als der seines Sohnes Falk, dessen Trainer er ist.
Der 31-Jährige, im vergangenen Jahr in 2:13:30 Stunden schnellster Deutscher auf der Marathondistanz, bereitet sich dort auf die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin vor. Da sind die fünf Kilometer im „Lauf der Asse“ für ihn ebenso wie den gleichfalls für die WM qualifizierten Martin Beckmann ein Schnelligkeitstest. Doch dass er dabei eine gute Figur macht, bewies Falk Cierpinski im vergangenen Jahr, als er nur zwei Sekunden hinter Sieger Embaye Hedrit Platz fünf belegte - eine Sekunde vor „Altmeister“ Dieter Baumann, der Samstag ebenfalls an der Startlinie steht.
Ob sie allerdings eine Chance gegen Vitalij Shafar haben, ist fraglich. Der Ukrainer gewann vor sechs Wochen nämlich souverän den Korschenbroicher City-Lauf - und dass er gleich vier Landsleute mit nach Neuss bringt, dürfte seine Siegchancen eher noch erhöhen. So gesehen sollte die Favoritenrolle im Frauenfeld, das gemeinsam mit den Männern um 21.30 Uhr gestartet wird, an die Vorjahreszweite Petra Kaminkova fallen, schließlich wird die Tschechin von ihren Landsfrauen Vendula Trnkova und Lada Mandlikova unterstützt. Und dass sie gut in Form ist, bewies die Pragerin mit Rang zwei in Korschenbroich. Härteste Konkurrentinnen dürften Vorjahressiegerin Julia Viellehner und Marathon-Europameisterin Ulrike Maisch sein. Bis auf Martin Czarnietzki, der allerdings für den TSV Bayer Leverkusen startet, sind Läufer oder Läuferinnen aus dem Rhein-Kreis Neuss nicht am Start.




