DIE WELT DES SPORTS
Limbach obenauf
VON DIRK SITTERLE -Mit fünf Athleten ist der TSV Bayer Dormagen bei den heute beginnenden Weltmeisterschaften der Fechter in Antalya am Start. Damit stellt der Klub vom Höhenberg nach Tauberbischofsheim (11) das zweitgrößte Kontingent.
Antalya an der türkischen Riviera gilt als wahres Ferienparadies. Sonne, Strand und Wellen locken Nicolas Limbach, Benedikt Beisheim, Max Hartung, Stefanie Kubissa und Anna Limbach jedoch nicht ins Tourismuszentrum am Mittelmeer, bei den Weltmeisterschaften der Fechter haben die Degen-Spezialisten des TSV Bayer Dormagen vor allem Edelmetall im Sinn.
Im 26-köpfigen WM-Aufgebot des Deutschen Fechter-Bundes stellt der Klub vom Höhenberg mit seinen fünf Teilnehmern nach dem FC Tauberbischofsheim (11), aber noch vor dem TSV Bayer Leverkusen und dem OFC Bonn (je 3) das zweitgrößte Kontingent. "Und das sind alles eigene Leute", erklärt TSV-Cheftrainer Olaf Kawald nicht ohne Stolz. Angeführt wird das Dormagener Quintett vom Olympia-Neunten Nicolas Limbach.
Nicolas Limbach (23): Als aktueller Weltranglistenerster muss der WM-Dritte von 2007 und Junioren-Weltmeister von 2005 als einziger Dormagener am Freitagmorgen nicht in die Qualifikation, fliegt darum auch erst heute in die Türkei. Auch wenn Prognosen im Fechten haarig sind, spricht Kawald Klartext: "Er gehört zu den Top-Favoriten, steht beim Deutschen Fechter-Bund auf einer Stufe mit den Olympiasiegern Britta Heidemann und Benjamin Kleibrink sowie dem dreifachen Weltmeister Peter Joppich. Er ist nicht umsonst zum Aktivensprecher gewählt worden." In Antalya könnte sich Limbach zudem den Sieg im Gesamtweltcup sichern.
Benedikt Beisheim (22): Der Junioren-Weltmeister von 2007 und 38. der Weltrangliste hatte im März für Aufsehen gesorgt, als er beim Grand-Prix in Moskau Olympiasieger Man Zhong aus China bezwang. "Ansonsten verlief seine Saison eher durchwachsen", relativiert Kawald indes. Mit Johannes Klebes (FC Tauberbischofsheim) trägt er obendrein ein Duell um den vierten Startplatz in der Mannschaft aus.
Max Hartung (19): Der amtierende Junioren-Weltmeister wird bei der WM nur im Mannschaftswettbewerb eingesetzt, ficht dort auf jeden Fall an der Seite der gesetzten Nicolas Limbach und Björn Hübner (FC Tauberbischofsheim). Zuletzt war der Dormagener selten fit: Im vergangenen Jahr fiel er nach einer Operation am Meniskus bis Januar aus, bei der Junioren-WM im April erlitt er einen Bänderriss. In der Weltrangliste belegt Hartung Rang 112.
Stefanie Kubissa (24): Die ehemalige Europameisterin, 19. der Weltrangliste, war schon bei fünf Weltmeisterschaften für Deutschland im Einsatz. Die bereits heute Morgen auf dem Programm stehende Qualifikationsrunde sollte sie darum locker überstehen.
Anna Limbach (20): Die 43. der Weltrangliste gibt in Antalya ihr WM-Debüt bei den Erwachsenen. Bei den Weltmeisterschaften der Juniorinnen im April in Belfast hatte sie Pech, als sie sich schon in der Qualifikation beim Aufwärmen einen Bänderriss im Sprunggelenk zuzog. Für Bundestrainer Eero Lehmann (Dormagen) steht vor der heutigen Qualifikation aber fest: "Fechten beide wie bei den Europameisterschaften im Juli in Plovdiv, sehe ich gar keine Probleme." In Bulgarien hatte Kubissa (am Ende 18.) zu Beginn fünf ihrer sechs Gefechte gewonnen, Limbach (21.) insgesamt vier.
Olaf Kawald bleibt zwar am Höhenberg, doch mit Herren-Bundestrainer Vilmos Szabo ist noch ein weiterer Dormagener vor Ort.




