DIE WELT DES SPORTS
Von Feierlaune und Problemen
VON DAVID BEINEKE - Aufgefallen Die DJK Holzbüttgen kann nach tollen Spielzeiten seiner beiden Teams in der Tischtennis-Regionalliga die Korken knallen lassen. Doch der Erfolg bringt auch Schwierigkeiten mit sich. Das Ende zweier überaus erfolgreicher Spielzeiten in der Tischtennis-Regionalliga hätte sich die DJK Holzbüttgen zwar anders gewünscht als mit den Niederlagen der Frauen und Männer, doch unter dem Strich steht eine im Vorfeld nicht für möglich gehaltene Bilanz. Die Damen holten sich souverän die Meisterschaft und sorgten dafür, dass nach 20 Jahren mal wieder einem DJK-Team der Sprung in die 2. Bundesliga gelang. Die Männer schafften als Sechster den Klassenerhalt, ohne bis zum Schluss zittern zu müssen. Genug Gründe also, die Korken knallen zu lassen, doch die Erfolge bringen gerade mit Blick auf die nächste Saison auch wieder neue Probleme mit sich.
Eine ganz neue Baustelle hat sich eher unerwartet für die künftige Zweitliga-Truppe ergeben, die nach der Verpflichtung der früheren Weltklasse-Spielerin Jing Tian-Zörner für Brett eins und der hoch talentierten Nina Mittelham personell eigentlich sehr gut aufgestellt schien. Doch wie es jetzt aussieht, müssen die Holzbüttgener die vor der zurückliegenden Saison verpflichtete Serbin Krisztina Kovac ziehen lassen. Das ist besonders bitter, weil es der Verein mit großer Unterstützung von Spielerin Margit Freiberg-Nolten hinbekam, die Grundvoraussetzung für den Verbleib der 20-Jährigen zu schaffen. Sie fand einen Ausbildungsplatz als Erzieherin und hätte dadurch in Deutschland bleiben können. Allerdings endet demnächst ihr einjähriges Praktikum im Düsseldorfer Tischtennis-Internat, wo sie bislang freie Kost und Logis hat. Das heißt, dass sie bald ihren Lebensunterhalt allein bestreiten muss. "Und das übersteigt unsere finanziellen Möglichkeiten", erklärt DJK-Abteilungsleiter Stefan Vollmert. Deswegen sieht es so aus, als müsse Kovac zurück nach Serbien gehen oder zu einem Verein, der die Kosten übernehmen könnte. "Das wäre für uns alle supertraurig, weil Krisztina menschlich und sportlich ganz toll zu uns passt", meint Vollmert weiter. Findet sich kurzfristig keine andere Lösung, muss sich die DJK noch nach einer weiteren zweitligatauglichen Spielerin umschauen. Möglichst nach einer, die an Brett zwei gemeldet werden könnte. Denn Ex-Nationalspielerin Margit Freiberg-Nolten hat erklärt, dass sie es sich trotz ihrer jüngsten 39:5-Regionalligabilanz mit ihren 47 Jahren nicht mehr antun möchte, im oberen Paarkreuz anzutreten.
Und als sei das alles neben den Bemühungen, noch weitere Sponsoren für den Zweitliga-Etat zu finden, noch nicht genug, brauchen auch die Herren für die Regionalliga neues Personal. Dem Vernehmen nach stehen zwar die Chancen gut, dass der Neusser Michael Servaty von Bayer Uerdingen zurück in den Rhein-Kreis kommt, doch der Youngster wäre kein gleichwertiger Ersatz für den Serben Dragan Subotic, der mit seinen starken Leistungen das Interesse des Zweitligisten TTC Hagen weckte. Wer die neue Nummer eins wird, darüber hüllt sich die DJK noch in tiefes Schweigen. Doch Gerüchten zufolge stehen die Holzbüttgener in Verhandlungen mit einem Spieler aus der höchsten polnischen Liga.




