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Sieg wird Beikirch nicht geschenkt

DIE WELT DES SPORTS

Sieg wird Beikirch nicht geschenkt

VON VOLKER KOCH - Radsport (NGZ)  Zur Verabschiedung von Andreas Beikirch am Freitag Abend im Sportforum Kaarst-Büttgen hat sich sogar Sechstage-Kaiser Patrick Sercu angesagt. Trotzdem wartet beim "Spurt in den Mai" harte Konkurrenz auf den Seriensieger, der mit Nachwuchsmann Max Stahr ein Team bildet.

Im Innenraum des Sportforums wird es eng: Rund 600 von der Sportforum Event GmbH und dem Sponsor NVV geladene Gäste erwartet Friedhelm Kirchhartz morgen Abend. Jetzt hofft der Cheforganisator des "Spurt in den Mai", dass auch die zuletzt eher bescheidene Kulisse der zahlenden Zuschauer wieder ein bisschen größer sein wird als in den vergangenen zwei Jahren.

"Das hat der Andi einfach verdient", findet Kirchhartz. Denn "der Andi" steht morgen um 19 Uhr zum letzten Mal an der Startlinie eines Bahnrennens: Mit dem "Spurt in den Mai" lässt Andreas Beikirch, gerade 40 Jahre alt geworden, seine mehr als ein Vierteljahrhundert dauernde Radsport-Karriere ausklingen. Als "Zugabe" steigt der ehemalige Junioren-Weltmeister im Punktefahren und Europameister im Zweier-Mannschaftsfahren zwar am 1. Mai beim Straßenrennen durch den Büttgener Ortskern noch einmal in den Rennsattel.

Doch die offizielle Verabschiedung ist morgen gegen 21.45 Uhr in seinem "Wohnzimmer" vorgesehen, dort, wo er 15 Mal als Sieger vom Rad stieg. "Natürlich", sagt Kirchhartz, "wünschen wir uns alle, dass er mit einem Sieg abtritt." Doch der soll Andreas Beikirch keineswegs geschenkt werden. Deshalb hat er einige starke Fahrer für das Omnium der Asse um den "Großen Preis der S-Finanzgruppe" verpflichtet. Auch wenn er sich Absagen einhandelte, die letzte gestern von Thomas Fothen. Der Lokalmatador vom Team Milram zog seine erst am Wochenende gegebene Zusage kurzfristig wieder zurück. Deshalb fährt jetzt wieder der Uedesheimer Joachim Tolles im Gespann mit Lars Teutenberg, der vor Jahresfrist in gleicher Kombination ein gelungenes Bahndebüt feierte.

Die Favoritenrolle fällt jedoch an die schweizerisch/niederländische Paarung Alexander Aeschbach und Danny Stam, der eine sechs-, der andere 15-facher Sechstagesieger. Beikirch startet gemeinsam mit der Büttgener Nachwuchshoffnung Max Stahr. "Der könnte mein Nachfolger werden", sagt er über den 19-Jährigen, der im Vorjahr an der Seite von Jan Radermacher Siebter der Junioren-WM war.

Ihr Vorbild hat sich ebenfalls angesagt morgen Abend: Patrick Sercu (65), Olympiasieger, Weltmeister und mit 88 Siegen uneinholbarer Rekordhalter bei Sechs-Tage-Rennen, wird bei der offiziellen Verabschiedung von Andreas Beikirch ebenso dabei sein wie Ex-Weltmeister Kurt Betschart (41), die Büttgener Olympiasieger Udo Hempel (63) und Günther Schumacher (60) oder Radsportlegende Hennes Junkermann (75). Fehlen darf auch nicht Uwe Messerschmidt (48). Mit dem Stuttgarter, 1984 in Los Angeles Olympiazweiter im Punktefahren, gewann Beikirch 1989 zum ersten Mal den "Spurt in den Mai". Leichter dürfte es 21 Jahre später für ihn nicht werden.

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