DIE WELT DES SPORTS
Große Felder, dünne Spitze
VON VOLKER KOCH - Während der Neusser Sommernachtslauf angesichts von knapp 2000 Voranmeldungen und guter Wetterprognosen für die 28. Auflage am Samstag der angestrebten Wunschzahl von 3500 Teilnehmern entgegeneilt, werden die Felder bei den "Assen" von Jahr zu Jahr dünner.
Mario Meyen ist guter Dinge: "Während wir im vergangenen Jahr eher den Abschluss irgendeiner Winterlaufserie bildeten, sind die Wettervorhersagen für Samstag sehr gut." Unglaubliche 26 Grad, hat der Vorsitzende der Turngemeinde von 1848 herausgefunden, sollen es an diesem Tag in Neuss werden. Unglaublich vor allem deshalb, weil am Samstag die 28. Auflage des Internationalen Sommernachtslaufs auf dem Programm steht – und der war in den vergangenen Jahren nicht gerade vom Wetter verwöhnt.
Meyen sieht sich deshalb auf gutem Wege zu (s)einer "Wunschzahl": der von 3500 Läuferinnen und Läufern im Ziel. Angesichts von 1867 Voranmeldungen, die bis Montagmittag bei TG-Geschäftsführer Klaus Ehren eingegangen waren, hält Meyen diese Zahl, die Rekord bedeuten würde, für "nicht unrealistisch. Denn die Meldungen der Schulen haben wir dabei noch gar nicht erfasst." Und die stellen in den Wettbewerben zwischen 16.50 und 19.10 Uhr das Hauptkontingent aller Sommernachtsläufer.
Das andere große Reservoir sind die "Hobbyläufer", die um 19.20 Uhr auf ihre Reise über fünf Kilometer geschickt werden – dank Chip am Schuh bekommt jeder im Ziel die "Echtzeit", egal, wie lange er gebraucht hat, ehe er die Startlinie überqueren darf.
Angesichts solch rosiger Aussichten scheinen Veranstalter und Sponsoren mit dem in Uedesheim ansässigen Sportartikelhersteller Asics und den "Partnern des Sports" an der Spitze leicht verschmerzen zu können, dass die Spitze im "Lauf der Asse" von Jahr zu Jahr dünner wird. Zwar hat die für deren Verpflichtung zuständige Sonja Oberem mit 14 Frauen und 20 Männern für die nicht amtlich vermessene Distanz von "circa sechs Kilometern" eine zahlenmäßige Steigerung gegenüber dem Vorjahr (10/18) zu verzeichnen. Doch verglichen mit früheren Sommernachtsläufen ist das Aufgebot an Laufprominenz, das sich um 21.30 Uhr an der Startlinie einfinden wird, ausgesprochen dünn – zumal das Zugpferd vergangener Jahre, Dieter Baumann, am Mittwochabend nur als Kabarettist im Landestheater seine Aufwartung macht.
Bekannteste Namen sind der von Iaroslav Musinschi – der Moldawier gewann vor sechs Wochen den Düsseldorf-Marathon in Streckenrekordzeit von 2:08:32 Stunden – und der deutschen Marathonasse Falk Cierpinski (SG Spergau) und Martin Beckmann (LG Leinfelden). Bei den Frauen sind in Raza Drazdauskaite (Kitauen) und der unverwüstlichen Petra Kaminkova (Tschechien) die beiden Erstplatzierten des Vorjahres wieder gemeldet, um die Prämie für die beste Deutsche bewerben sich Marathonspezialistin Melanie Kraus (TSV Bayer Leverkusen), in Düsseldorf Vierte, und Heike Bienstein (LGO Dortmund), Favoritin könnte die belgische Mittelstreckenspezialistin Veerle Dejaeghere werden. Afrikaner sind für den Lauf der Asse keine eingeladen – trotz angekündigter 26 Grad.




