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Über Neuss ins Halbfinale

DIE WELT DES SPORTS

Über Neuss ins Halbfinale

VON VOLKER KOCH -Hockey (NGZ) Bis Sonntag bereitet sich die deutsche Hockey-Nationalmannschaft der Frauen in Neuss auf die Weltmeisterschaft im argentinischen Rosario vor. Zum Aufgebot von Trainer Michael Behrmann gehören in Lina Geyer und Lena Andersch auch zwei Spielerinnen des HTC SW Neuss.

Es steht kein mit Sponsoren-Logos voll geklebter Bus auf dem Parkplatz. Und an den Türen zur medicoreha an der Neusser Preußenstraße lungern auch keine Bodyguards herum. Dabei bewegt drinnen in der schmucken Trainingshalle eine leibhaftige Nationalmannschaft die Übungsgeräte, eine, die 2004 Olympiasieger und vor einem Jahr Vize-Europameister wurde.

Sie sind zu Fuß gekommen, die Schützlinge von Bundestrainer Michael "Michi" Behrmann. Daran sind sie gewöhnt. "Praktisch" findet es der 44-Jährige, der seit vier Jahren die deutschen Hockeydamen betreut, dass sie im Parkhotel Victoria an der Kaiser-Friedrich-Straße untergebracht seien: "Da können wir immer zu Fuß zum Training." Oder zum Testspiel gegen die Spanierinnen, die im gleichen Hotel wohnen und sich ebenfalls in Neuss auf die Weltmeisterschaft vorbereiten, die am 30. August im argentinischen Rosario beginnt.

Am 23. August fliegt die deutsche Hockey-Nationalmannschaft zur WM ins argentinische Rosario. Vorher, vom 12. bis 15. August, absolviert sie in Viersen den Abschlusslehrgang, zu dem auch zwei Länderspiele gegen Titelanwärter (und Gruppengegner) Niederlande gehören. WM-Auftakt ist für die Deutschen am 30. August gegen Neuseeland, es folgen die Spiele gegen Japan (1. September), Indien (3. September), Niederlande (5. September) und Australien (7. September). Die Halbfinals stehen am 9., die Finalspiele am 11. September auf dem Programm.

Das Halbfinale, sagt Behrmann, sei dort das Ziel. Vor vier Jahren, bei der letzten WM in Madrid, hatte es nur zu Platz acht gereicht. Danach übernahm Behrmann das Team als Nachfolger von Markus Weise, der auf die Bank der Männer wechselte und diese in Peking zur Goldmedaille führte. Behrmanns "runderneuertes" Frauenteam überraschte in Peking mit Rang vier, wurde ein Jahr später Vize-Europameister.

Es ist eine Mischung geballter Erfahrung wie der von Natascha Keller (33, 360 Länderspiele), der ein Jahr jüngeren Tina Bachmann (199 Länderspiele) oder der nach sechswöchiger Pause wegen einer Nierenbeckenentzündung gerade rechtzeitig zum Lehrgang in Neuss in den Kader zurückgekehrten Fanny Rinne (30, 280 Länderspiele), und dem nachdrängenden Nachwuchs wie der Neu-Neusserin Lena Andersch (19, 14 Länderspiele), Celine Wilde (20, 19 Länderspiele) oder der 22 Jahre alten Hannah Krüger (21 Länderspiele).

Mitten drin, sowohl vom Alter (24) als auch von der Zahl der Länderspiele (74), steht Lina Geyer. "Sie ist voll in die Mannschaft integriert", sagt der Bundestrainer über die nach einem Jahr in Düsseldorf zum HTC zurückgekehrte Neusserin, die auch zum Mannschaftsrat gehört.

Gestern musste sie wegen einer Migräne passen, morgen, wenn Deutschland im Rahmen der Champions-Trophy in Mönchengladbach erneut auf Spanien trifft, soll Lina Geyer wieder dabei sein. Schließlich stehen bis zum WM-Start nur noch drei Testspiele auf dem Programm. Und die Vorrundengruppe A, in der Deutschland auf Neuseeland, Indien, Japan, Niederlande und Australien trifft, sei alles andere als ein Selbstläufer, findet Behrmann. Denn eines der beiden letztgenannten Teams müssen seine Schützlinge hinter sich lassen, um ihr Ziel zu erreichen: "Und das wird nicht einfach", sagt der Bundestrainer, der die Niederlande und die argentinischen Gastgeberinnen als Titelanwärter nennt.

Am 23. August steht der Abflug nach Rosario auf dem Programm. Zum Flughafen werden die Hockeydamen dann ausnahmsweise mit dem Bus fahren - wie eine "richtige" Nationalmannschaft.

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