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KSK begeistert den Bundestrainer

DIE WELT DES SPORTS

KSK begeistert den Bundestrainer

VON VOLKER KOCH (NGZ) Der zweite Auftritt des KSK Konkordia Neuss in der Ringer-Bundesliga begeisterte selbst Maik Bullmann. Der Olympiasieger von 1992 und Bundestrainer für den griechisch-römischen Stil befand nach dem 24:10-Sieg über den TKSV Bonn-Duisdorf: "Da waren schöne Kämpfe bei."

Maik Bullmann hatte genug gesehen. Während auf der Matte Ilyas Özdemir von Mateusz Wolny, Sohn des Olympiasiegers von 1996, klar die Grenzen aufgezeigt wurden, verließ der Olympiasieger von 1992 schon die Stadionhalle. Nicht ohne den gastgebenden KSK Konkordia mit einem Kompliment zu bedenken: "Es war schön bei Euch."

Die mangelhafte Belüftung kann der Bundestrainer für den griechisch-römischen Stil damit kaum gemeint haben. Eher schon den Einsatz der Ringer, denn es war bewundernswert, wie sie in einer Luft zum Schneiden bis zum letzten Kampf zur Sache gingen. Das Lokalduell der Neusser Kraftsportler mit Aufsteiger TKSV Bonn-Duisdorf wurde vor 450 Zuschauern jedenfalls seinem Anspruch gerecht: "Da waren ein paar schöne Kämpfe bei", befand Bullmann.

Was der 24:10-Sieg der Gastgeber über den ambitionierten Neuling aber wirklich wert ist, muss der Saisonverlauf zeigen. Die erste Standortbestimmung wartet am Samstag beim Deutschen Meister KSV Köllerbach auf die Konkorden. Deren Anhänger sich nach Kampfende plötzlich mit einer in Neuss eher seltenen Personaldiskussion befasst sahen. Auslöser war der vorletzte Kampf, der im freien Stil der Klasse bis 74 Kilogramm. In der verbissenen Auseinandersetzung hatte Georg Harth nämlich mit 3:2 über Hamberd Durdischew die Oberhand behalten. An sich nichts Weltbewegendes, hätte Harth nicht am Ende der vergangenen Saison Neuss verlassen, weil er im Vergleich mit eben diesem Hamberd Durdischew kaum zum Zuge gekommen war.

"Hätten wir genug Geld, hätten wir beide behalten", beschied Hermann Kahlenberg die Kritiker. Der KSK-Chef hat dem Verein einen rigorosen Sparkurs verordnet – nicht mal mehr Musikuntermalung gibt es zu den Kämpfen. "Lieber gute Leistungen auf der Matte", umschreibt der Präsident seine Philosophie. Seine Ringer haben es ihm bislang zurückgezahlt. In den ersten beiden Heimkämpfen wirkten sie jedenfalls um einiges engagierter als in der vergangenen Saison.

So wie Samet Dülger, der gegen Lernik Vanjan Runde eins schon 0:6 verloren hatte, als er noch gar nicht richtig angefangen hatte zu kämpfen. Das wollte sich der lange verletzte zweifache Deutsche Meister nicht bieten lassen: Mit 2:0, 5:0, 2:0 fegte der Freistilspezialist den Bonner regelrecht von der Matte.

So wie Sergiy Skrypka, der seinen x-ten Frühling zu erleben scheint – Juri Baron war jedenfalls beim 1:3, 0:7, 0:1 ohne Hauch einer Chance gegen den 34-Jährigen. Oder wie William Harth: Der bezwang Octavian Nicoara zwar "nur" drei Mal mit 1:0, geriet aber nie in Gefahr, auch nur eine Wertung abzugeben – geschweige denn den Kampf. Er ist eine echte Verstärkung, freilich nicht für Maik Bullmann. Denn Harth ringt wie die meisten jungen KSKler im freien Stil. Die Skrypkas, Schwindts und Holks dürften für den Bundestrainer nur von nostalgischem Interesse gewesen sein.

 

 

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