DIE WELT DES SPORTS
Nixhof im Medaillenrausch
VON VOLKER KOCH - Nur Europameisterin Joanne Eccles war stärker als Antje Hill und Simone Wiegele: Die beiden Voltigiererinnen vom RSV Neuss-Grimlinghausen gewinnen Silber und Bronze bei den Weltreiterspielen in Kentucky.
Lexington Da werden Erinnerungen wach: Acht Jahre nach dem dritten und letzten Weltmeistertitel, den Nadia Zülow bei den Weltreiterspielen im spanischen Jerez gewann, hat Neuss wieder eine Voltigierkönigin. Und das im Doppelpack, denn bei den Weltreiterspielen, die in der Nacht zu Montag in Lexington im US-Bundesstaat Kentucky zu Ende gingen, gewannen Antje Hill (23) und Simone Wiegele (24) vom RSV Grimlinghausen Silber und Bronze im Einzelwettbewerb.
"Wir haben uns gegenseitig stark unterstützt, das hat uns als Team stärker gemacht", verriet Antje Hill bei der Siegerehrung das Erfolgsgeheimnis der Beiden, die zwar mit leisen Medaillenhoffnungen, aber nicht unbedingt als sichere Anwärter den den ersten Weltreiterspielen in ihrer Einzelkarriere gefahren waren. Am Ende mussten sie sich in einem spannenden und engen Wettbewerb nur der amtierenden Europameisterin Joanne Eccles (21) aus Großbritannien geschlagen geben.
Die konnte ihr Glück kaum fassen: "Die anderen waren so stark und sie haben alle so gut geturnt. Ich glaube, ich brauche noch einige Zeit, um das zu begreifen", meinte die neue Weltmeisterin, die sich im letzten Wettbewerb, der zweiten Kür, hauchdünn mit 8,553 gegenüber 8,523 Punkten von Antje Hill durchgesetzt hatte. Während Eccles gleich nach der ersten Pflicht die Führung übernommen und sie nur nach der ersten Kür kurzzeitig an Simone Wiegele verloren hatte (die NGZ berichtete), steigerte sich Antje Hill kontinuierlich. Nach der ersten Pflicht war sie nur Achte, dann belegte sie in der von Simone Wiegele gewonnenen ersten Kür Rang drei. Im Technikwettbewerb brachten sie 8,207 Punkte hinter Eccles (8,327) auf Rang zwei, Simone Wiegele wurde mit 8,192 Zählern Dritte. Dramatisch dann das Finale: Während Eccles auch hier die Nase vorn hatte, musste Simone Wiegele nicht nur ihre Vereinskollegin, sondern auch die beiden US-Amerikanerinnen Mary Mccormick (8,490) und Megan benjamin (8,410) sowie die Österreicherin Lisa Wild (8,234) vorbeiziehen lassen. Mit 8,219 Punkten belegte die 24-Jährige, von den NGZ-Lesern zur "Sportlerin des Jahres 2009" gewählt, nur Rang sechs.
Doch ihr Vorsprung aus den ersten drei Wettbewerben reichte zu Bronze: "Als den Deutschen bewusst wurde, dass es zu zwei Plätzen auf dem Podium reichen würde, brach eine Kakophonie von Jubelrufen und Tränen aus", heißt es im offiziellen Pressedienst der Weltreiterspiele. Das war beim "public viewing" auf dem heimischen Nixhof nicht anders – und wer die dortigen "Voltis" kennt, weiß, dass das noch nicht die letzte Feier war.
Am Rande Happy-end auf ...




