Aktuelles

11.12.2019

Rheinische Post - Kaarster Stadtsportverband vermittelt Flüchtlinge an Vereine

Das Projekt „Neu in Kaarst“ des Stadtsportverbandes soll geflüchtete Menschen durch Sport integrieren.

Der Kaarster Stadtsportverband hat ein neues Projekt ins Leben gerufen, um geflüchtete Menschen, die in Kaarst leben, zu integrieren.

Das Projekt „Neu in Kaarst“ ist an das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ angelehnt und soll geflüchteten Menschen die Möglichkeit geben, in einem der rund 40 Sportvereine unterzukommen. „Wir versuchen, das Programm des Deutschen Olympischen Sportbundes in Kaarst mit Leben zu füllen. In Neuss wird es schon seit einem Jahr gemacht, wir sind jetzt der zweite Stadtsportverband im Rhein-Kreis, der dabei ist“, erklärt Axel Volker, Vorsitzender des SSV Kaarst: „Wir wollen die Sportvereine in Kaarst motivieren, geflüchtete Menschen aufzunehmen“, so Volker weiter. Das große Ziel der Sportfamilie sei es, Menschen miteinander zu verbinden.

Am Montag wurde das Projekt von Martin Limbach, der beim Kreissportbund unter anderem für das Thema Integration verantwortlich ist, im Vereinsheim der Sportfreunde Vorst vorgestellt. Mit dabei war auch Sozialdezernent Ingo Knipping. Dieser berichtete, dass in den Unterkünften in Kaarst derzeit rund 500 bis 600 Menschen, vorwiegend junge Männer, leben würden. Doch das Angebot richtet sich nicht nur an diese, sondern an alle Menschen, von denen mindestens ein Elternteil nicht in Deutschland geboren ist. „Wenn ein Flüchtling nach Deutschland kommt, hat er meistens andere Sorgen, als Sport zu treiben. Er muss erst einmal Deutsch lernen“, sagt Limbach: „Aber Sport ist eine gute Möglichkeit, die Sprache zu fördern.“ Die große Frage war: Wie kommt man an die Menschen ran, um ihnen die Sport-Möglichkeiten in der Stadt zu vermitteln? Dazu hat der SSV einen sogenannten „Erfassungsbogen“ zur „schnellen Hilfe für die Vereinssuche“ kreiert. Auf diesem Bogen werden Interessen und Vorkenntnisse sowie Wohnort abgefragt. Nach dem Ausfüllen des Bogens kommt er zurück zum SSV, dieser vermittelt dann den geeignetsten Verein. Dieser Erfassungsbogen ist auf der neuen Homepage des SSV zu finden und wird den Menschen durch die Integrationslotsen der Stadt zudem mitgegeben. Das sagte Ingo Knipping dem Verband zu.

Wie hoch die Zahl derer ist, die mit diesem Projekt in einem Sportverein hängen bleiben, kann der SSV nicht abschätzen. In Neuss hat das Projekt bereits erste Erfolge erzielt. Der SSV-Vorstand sieht aber noch ein großes Problem: Sollten die Geflüchteten sich einem Verein anschließen, müssten sie den ganz normalen Mitgliedsbeitrag zahlen. „Da sehe ich noch eine Hemmschwelle“, gesteht Limbach. „Wir haben ein neues Angebot geschaffen und müssen jetzt ein dickes Brett bohren“, sagt Axel Volker. Das Projekt startet ab sofort.

Der Bericht ist am 11. Dezember 2019 in der Neuss Grevenbroicher Zeitung erschienen, Autor Stephan Seeger, online abrufbar unter: https://rp-online.de/nrw/staedte/kaarst/kaarst-ssv-vermittelt-fluechtlinge-an-vereine_aid-47705509

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17.01.2019

Sportvereine, die sich im Rahmen des Programms "Integration durch Sport" (IdS) für die Integrationsarbeit im und durch Sport engagieren, werden als Stützpunktvereine bezeichnet und gehören damit zur Programmstruktur. Sie besitzen für die Programmumsetzung einen zentralen Stellenwert, da sie eine regelmäßige, langfristige und kontinuierliche Arbeit vor Ort gewährleisten und Integrationsstrukturen unter Einbindung des organisierten Sports schaffen und fördern. Die inhaltliche Arbeit als Stützpunktverein ist als Entwicklungsprozess zu verstehen, an dessen Ende Integration als selbstverständliche Querschnittsaufgabe in den Regelbetrieb des Vereins implementiert und interkulturelle Öffnung als fortlaufender Vereinsentwicklungsprozess angelegt ist.

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Ansprechpartner:

Martin Limbach

Sportreferent
02181 - 6014085
martin.limbach@ksbneuss.de